Anfang Oktober durchsuchte eine Sonderkommission aus Bundespolizei, Zollfahndung und Steuerfahndung mehrere Anwesen im Großraum München und der Ortschaft Rottach-Egern in Oberbayern. Die Razzia richte sich gegen einen russischen Oligarchen, der seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf der EU-Sanktionsliste steht: Alischer Usmanow. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ stellte die Sonderkommission „Matrjoschka“ dabei mehrere Vermögenswerte sicher, die mit dem Unternehmer in Verbindung stehen. Dem Oligarchen wird ein Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen, da er wegen seiner Nähe zu Putin auf der Sanktionsliste steht und unter anderem seinen Fuhrpark nicht als Vermögenswerte angegeben haben soll. Usmanow streitet die Vorwürfe gegen ihn ab.
Werfen Sie hier mit uns einen genaueren Blick auf Usmanows Anwesen, die Razzia sowie die Häuser anderer berüchtigter Putin-Kumpanen …
Diese Villa am Tegernsee wurde am 5. Oktober von maskierten Beamten gestürmt. Die Aktion basiere auf gerichtlichen Durchsuchungsbeschlüssen, so die Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung. Offiziell wurde der Eigentümer des Anwesens allerdings noch nicht genannt.
Fahnder beschlagnahmten Vermögenswerte vor Ort, wobei sie es scheinbar vor allem auf eine Sammlung deutscher Luxusautos abgesehen hatten. Es wurden gleich mehrere Wagen der Marke Mercedes-Maybach und Mercedes-Benz abtransportiert. Die Sonderkommission durchsuchte weitere Anwesen am Tegernsee sowie in München. Bislang wurden jedoch keine weiteren Informationen bekannt gegeben, angeblich aus taktischen Gründen.
Usmanows Sprecher beteuerte, dass der Verdacht unbegründet sei. Der Unternehmer habe sein „rechtmäßig erworbenes Privateigentum immer ordnungsgemäß deklariert und auch die Mittel offengelegt, mit denen er diese Vermögenswerte erworben hat", zitierte ihn die Nachrichtenagentur „Reuters“.
Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Häuser in der wohlhabenden Gemeinde Rottach-Egern von der Polizei gestürmt wurden. Bereits im September 2022 war die riesige Villa (Bildmitte) durchsucht worden. Insgesamt rückten damals rund 250 Beamte zu 24 Immobilien in ganz Deutschland aus, die mit Usmanow in Verbindung stehen sollen.
Der in Usbekistan geborene Alischer Usmanow verdiente seine ersten Millionen mit Plastiktüten – in der damaligen Sowjetunion Mangelware. Heute ist sein gegründetes Stahl- und Bergbauunternehmen Metalloinvest der größte Eisenproduzent Russlands. Auch an Großbritannien binden den Oligarchen so einige finanzielle Interessen. Neben den (inzwischen aufgelösten) Sponsorbeziehungen zu den beiden Fußballvereinen Everton und Arsenal besitzt Usmanow ein nettes Immobilienportfolio – das laut dem „Forbes“-Magazin Besitztümer in London sowie in der Grafschaft Surrey umfasst. Aber auch in Deutschland, der Schweiz und Ländern wie Kroatien, Monaco und Italien soll der Milliardär lustig auf Häuserfang gegangen sein. In den frühen 1980er-Jahren wurde Usmanow in Usbekistan wegen Betrugs und Beihilfe zur Annahme von Bestechungsgeldern zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er sechs hinter Gittern verbrachte. 30 Jahre später wurde das Urteil revidiert.
Laut dem Magazin „Forbes“ sollen dem Oligarchen mindestens drei Häuser in Rottach-Egern am Tegernsee gehören. Bei der ersten Razzia am 21. September 2022 war es um den Verdacht der Steuerhinterziehung und Geldwäsche gegangen. Wie die Organisation gegen Korruption und organisierte Kriminalität, OCCRP, herausgefunden haben will, ließ Usmanow die Immobilien über die drei Briefkastenfirmen Lake Point Property Holding, Lakeview Property Holding Limited and Tegernsee (IOM) Limited kaufen.
Bei der Großrazzia im September 2022 rückten 250 Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der Staatsanwaltschaft an. Außerdem wurden 24 weitere Immobilien in Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein durchsucht, um Beweise für angebliche Steuerhinterziehung zu sammeln. In einem der Häuser am Tegernsee stellten die Fahnder unter anderem seltene Schmuckstücke sicher, bei denen es sich um vier sogenannte Fabergé-Eier handeln könnte. So jedenfalls berichtete es das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.
Usmanow, der vor acht Jahren seinen Hauptwohnsitz an den Tegernsee verlegt hatte, soll laut dem „Spiegel“ dem Staat schätzungsweise 555 Millionen Euro an ausstehenden Einkommens- und Schenkungssteuerzahlungen schulden. Als Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte, floh Usmanow jedoch aus Deutschland und soll sich jetzt in Usbekistan aufhalten.
Usmanow selbst hält die Vorwürfe gegen ihn für absurd. Er sei ein ordentlicher Steuerzahler. Außerdem teilte sein Sprecher mit, dass der Oligarch zudem in Deutschland keinen Grundbesitz mehr habe, „da sich die Immobilien inzwischen in Familienstiftungen befinden, bei denen Herr Usmanow kein Begünstigter ist“. Dieser Übertrag soll bereits vor Jahren vonstattengegangen sein und hätte demnach nichts mit einem Verstoß gegen die Sanktionen oder Besitzverschleierung zu tun. Laut dem „Spiegel“ hat das Landgericht Frankfurt die Durchsuchung 2022 inzwischen für rechtswidrig erklärt.
Im März 2022 beschlagnahmten deutsche Behörden aufgrund der Sanktionen auch die 156 Meter lange Jacht „Dilbar“, die mit dem Oligarchen Usmanow in Verbindung stehen soll. In Schiffsmaßen gemessen dürfte die „Dilbar“ die größte Megajacht der Welt sein und ist knapp eine halbe Milliarde Euro wert. Zur Ausstattung des kreuzfahrtschiffähnlichen Gefährts gehören unter anderem der längste Pool, der je auf einer Jacht gebaut wurde, sowie zwei Hubschrauberlandeplätze, zwölf Luxuskabinen, eine Sauna und ein Fitnessstudio. Für 80 Crewmitglieder ist ebenfalls Platz.
Während andere Oligarchen ihre Megajachten angeblich nach Montenegro und in die Malediven verlegten, um den Sanktionen zu entgehen, war die „Dilbar“ ein verhältnismäßig einfaches Ziel für deutschen Behörden. Als Russland in die Ukraine einmarschierte, lag sie nämlich im Hamburger Hafen und wurde Wartungsarbeiten unterzogen, berichtete der „NDR“.
Auch in Großbritannien wurde der Oligarch infolge des Angriffskriegs auf die Urkaine mit Sanktionen belegt. Folgende Immobilien gehören also zu Usmanows Besitz, sind derzeit aber eingefroren.
In Großbritannien besitzt der Großunternehmer unter anderem das denkmalgeschützte Beechwood House. Das 1840 erbaute hochherrschaftliche Haus (im Bild) liegt idyllisch auf einem etwa 4,5 Hektar großen Gelände im Londoner Millionärsviertel Highgate. Der Prunkpalast hatte schon so einige Eigentümer. Darunter König Khalid von Saudi-Arabien und Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani aus Katar.
Usmanow besitzt außerdem ein 280 Hektar großes Anwesen in der Grafschaft Surrey im Süden Englands. Das schlossähnliche „Sutton Place“ gehörte früher dem amerikanischen Industriellen J. Paul Getty. Das zweistöckige Herrenhaus liegt inmitten wunderschöner Landschaftsgärten, hat mehrere Bibliotheken und sogar einen Swimmingpool.
Das fürstliche Landhaus wurde etwa 1525 im Tudorstil für einen Höfling von Heinrich VIII. erbaut. Seit dem Besuch von Königin Elisabeth I. im Jahr 1560 hat Sutton Place schon viele angesehene Gäste beherbergt. Bilder vom aktuellen Interieur gibt es kaum, aber dieses Foto zeigt, wie charmant Familie Getty das Manor-Haus Mitte des 20. Jahrhunderts eingerichtet hatte.
Die pompösen Luxusvillen russischer Oligarchen sind eines Zaren würdig. Mit viel Prunk und Protz – und bis unter die Decke mit Gold verziert. Viele Mitglieder der russischen Elite sind seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Februar 2022 mit Sanktionen belegt. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ besitzen mindestens 30 abgestrafte Russen rund 156 Immobilien weltweit – in einem Gesamtwert von umgerechnet rund 5,3 Milliarden Euro. Einige der luxuriösen Oligarchenhäuser wurden von den Behörden wegen des Verdachts auf kriminelle Machenschaften durchsucht.
Hier nehmen wir Sie mit auf einen digitalen Rundgang durch diese umstrittenen russischen Residenzen ...
Der im August verstorbene Jewgeni Prigoschin begann seine zweifelhafte Karriere in der Gastronomie, unter anderem mit Staatsbanketten für den Kreml. Als „Putins Koch“, wie der enge Verbündete des russischen Präsidenten auch genannt wurde, stieg er mit seinem Catering-Unternehmen in die Elite der milliardenschweren Oligarchen auf. Die Söldnergruppe Wagner – benannt nach Hitlers Lieblingskomponisten Richard Wagner – wurde 2014 von Prigoschin als privates Militärunternehmen gegründet und ist auch als „Putins Schattenarmee“ bekannt. Als deren Kopf wurde Prigoschin von Putin in mehreren Kriegen im Ausland eingesetzt – so auch in der Ukraine. Mitte Juni 2023 stellte sich Prigoschin jedoch gegen Moskau, rief zum Aufstand gegen den Kreml auf und startete sogar einen Marsch auf die russische Hauptstadt. Offiziellen russischen Angaben zufolge kam Prigoschin am 23. August bei einem mysteriösen Flugzeugunglück ums Leben.
Seinen Aufstand gegen die russische Militärführung begründete der Söldner mit Angriffen auf seine Soldaten. Der Putsch wurde zwar vereitelt, doch die einst enge Beziehung zwischen Prigoschin und Putin war seitdem Geschichte. Der Kreml ließ das Verfahren gegen den Wagner-Chef jedoch überraschend fallen. Im Gegenzug sollte Prigoschin in das benachbarte Belarus ziehen. Wo er sich allerdings wirklich vor seinem Tod aufhielt, ist nicht bekannt.
Während Prigoschin seinen Marsch auf Moskau plante, veröffentlichte die kremlnahe Mediengruppe „Iswestija“ Bilder von einer Razzia, die der russische Geheimdienst FSB angeblich am 24. Juni 2023 in seiner Villa in St. Petersburg durchführte. Die weitläufige und gepflegte Anlage des Anwesens zeugt von einem dekadenten Lebensstil.
Die palastartigen Wohnräume sind demnach mit allerlei Luxus ausgestattet, wie der Marmorboden im Schachbrettmuster, die Perserteppiche und die vielen unbezahlbaren Antiquitäten zeigen. Die edlen Seidensofas und Glasvitrinen in diesem prächtigen Raum lenken durchaus von der düsteren Vergangenheit des einstigen Eigentümers ab. Angeblich ließ der Wagner-Chef sich die Dienste der Söldnertruppe teuer bezahlen. Er soll ein Vermögen von knapp bis zu einer Milliarde Euro angehäuft haben.
In den Räumen fand der FSB angeblich auch einige Goldbarren sowie dicke Bündel von US-Dollar- und Rubelscheinen. Auch Pässe in verschiedenen Ausführungen seien sichergestellt worden. In einem der Schränke bewahrte Prigoschin demnach eine umfangreiche Sammlung von Perücken und Bärten auf, die er vermutlich als Tarnung für seine Überseereisen benutzte. An die skrupellose Karriere des einstigen Wagner-Chefs erinnert zudem ein überdimensionaler Vorschlaghammer, auf dem „Zur Verwendung bei wichtigen Verhandlungen“ auf Russisch steht.
Außerdem gibt es in der Villa einen modern ausgestatteten Raum zur medizinischen Versorgung. Laut der Enthüllungswebsite „Proekt“ wurde Prigoschin eine Zeit lang wegen Magenkrebs behandelt. Der Prozess der Tumorbildung konnte aber angeblich gestoppt werden. Der verstorbene Wagner-Chef ist übrigens bei weitem nicht der einzige Oligarch, der nicht mehr zu Putins Freundeskreis zählt...
Der Oligarch Boris Beresowski war einst ein enger Vertrauter Wladimir Putins und wichtigster Strippenzieher in der russischen Politik. Dann die schillerndste Oppositionsfigur im Ausland. Bis zu seinem frühen und mysteriösen Tod 2013 verprasste der Finanzmilliardär auf dem Höhepunkt seines Reichtums sein Geld in diversen Luxusimmobilien in ganz Europa. Eines davon ist ein prächtiges Schloss im Herzen der Côte d'Azur. Doch seit Beresowskis Tod gibt es Probleme.
Beresowski soll das opulente Anwesen am Cap d'Antibes in den 1990er-Jahren gekauft haben. Das sogenannte Château de la Garoupe hat eine Wohnfläche von 1.300 Quadratmetern inklusive sechs Gäste-Suiten und einem Billiardraum. Dazu gehört ein 9,7 Hektar großes Grundstück mit gepflegten Gärten, dichten Wäldern, einem Tennisplatz und einem Swimmingpool.
Nach Beresowskis Tod wurde die Immobilie 2015 im Rahmen eines Rechtsstreits von den französischen Behörden beschlagnahmt. Als der Oligarch nach den Wahlen 2000 bei Putin in Ungnade gefallen war, geriet auch seine finanzielle Situation ins Wanken. Gerichtsdokumenten zufolge soll Beresowski nach seinem Tod Schulden in Höhe von umgerechnet rund 406 Millionen Euro hinterlassen haben. Seine Gläubiger, darunter auch sein Oligarchenkollege Roman Abramowitsch, appellierten damals an die Gerichte, die Beschlagnahmung der Villa aufzuheben, um ihr Geld zurückzubekommen. Doch ihr Antrag blieb erfolglos.
Nach jahrelangem Rechtsstreit wurde das weitläufige Schloss mit direktem Zugang zum Meer nun endlich von Agrasc, der französischen Agentur für beschlagnahmte und konfiszierte Güter, zum Verkauf gestellt. Das Anwesen soll im September 2023 versteigert werden, letzte Gebote können noch bis zum 6. Oktober abgegeben werden. Laut Bloomberg wurde der Wert der Villa 2011 während des Gerichtsverfahrens auf rund 93,6 Millionen Euro geschätzt, was einem heutigen Geldwert von rund 112 Millionen Euro entspricht. Der Pariser Notar Cheauvreux und der Immobilienmakler Bluebird Immobilier werden die Versteigerung durchführen. Beide Parteien haben jedoch eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet, so dass Einzelheiten des Verkaufs nicht bekannt gegeben werden.
Nicht nur in Frankreich schaffte sich Beresowski eine Luxusimmobilie an. Im Jahr 2001 soll er dieses prächtige britische Herrenhaus im südenglischen Surrey erworben haben. Der Kauf erfolgte ein Jahr nach Beresowskis Flucht ins Vereinigte Königreich, nachdem seine anhaltende Kritik am Kreml sein Leben in Russland gefährdet hatte. Umgerechnet 30,6 Millionen Euro soll er für das Haus auf dem Anwesen Wentworth Park hingeblättert haben. Nicht der schlechteste Ort für ein Exil.
Beresowski, den diese Aufnahme aus dem Jahr 2002 im Arbeitszimmer des Herrenhauses zeigt, hielt sich auch häufig in der Luxusresidenz seiner Ex-Frau im noblen Ascot auf, das für sein Pferderennen bekannt ist. Dort wurde der einstige Lebemann im März 2013 tot im Badezimmer aufgefunden. Während man zunächst davon ausging, dass sich Beresowski das Leben genommen hatte, kam eine gerichtsmedizinische Untersuchung ein Jahr später zu dem Ergebnis, dass die Todesumstände nicht eindeutig geklärt werden konnten. Beresowskis Tochter vermutete damals, dass die russische Regierung ihre Hände im Spiel gehabt haben könnte.
Dmitri Rybolowlew, Präsident des Fußballclubs AS Monaco, verdankt sein Vermögen von umgerechnet rund 6,2 Milliarden Euro seinem florierenden Düngemittel-Geschäft. In den vergangenen zehn Jahren sorgte der medienscheue und als „Kali-König“ bekannte Unternehmer auch schon mal weltweit für Schlagzeilen. Zum Beispiel mit seinem langwierigen – und äußerst teuren – Scheidungsstreit.
Während der Milliardär, anders als seine russischen Oligarchen-Kollegen, von weltweiten Sanktionen verschont blieb, wurde er im Oktober 2022 von der Urkaine wegen der anhaltenden russischen Aggression mit Sanktionen belegt.
Von allen Immobilien Rybolowlews fand dieses schicke Anwesen im Regency-Stil besondere Aufmerksamkeit. Der russische Milliardär kaufte die Immobilie in Palm Beach, Florida, 2008 dem US-Immobilienhai und späteren US-Präsidenten Donald Trump ab. Umgerechnet 62 Millionen Euro gingen dabei für das „Maison de l'Amitié“ (Haus der Freundschaft) über den Tisch. Trump verschwieg die russische Herkunft des Käufers. Erst die Zeitung „New York Times“ enttarnte den Käufer County Road Property – ein Unternehmen, das zum Besitz von Rybolowlew gehört. Doch das Luxushaus war anscheinend wegen eines schweren Schimmelproblems praktisch unbewohnbar. Rybolowlew verleugnete jegliches Interesse an dem Anwesen, das später abgerissen und in drei separate Grundstücke aufgeteilt wurde.
Zu Rybolowlews Besitztümern gehören unter anderem auch ein gigantisch-großes Penthouse im Belle-Époche-Stil in Monaco, fürstliche Immobilien über die USA verteilt sowie Luxusimmobilien in Saint Tropez. Laut dem Auslandssender „France 24“ gehört ihm auch ein elegantes Chalet im Schweizer Ferienort Gstaad.
Gerüchten zufolge soll sich Wladimir Putin an der Schwarzmeerküste einen eigenen Palastkomplex im italienisierenden Stil gebaut haben. Fotos der Residenz, die einem Zarenpalast ähnelt, wurden erstmals vom russischen Wikileaks im Januar 2011 veröffentlicht. Wenn man den Berichten glauben kann, könnte sich der russische Präsident den Prachtpalast auch leisten. Trotz seines relativ bescheidenen Jahreseinkommens von umgerechnet 132.000 Euro soll der ehemalige KGB-Agent ein tatsächliches Vermögen von bis zu 188 Milliarden Euro (200 Milliarden Dollar) angespart haben – was ihn derzeit zum zweitreichsten Menschen der Welt machen würde. Das US-Magazin „Fortune“ mutmaßte sogar, Putin könne bereits der reichste Mann der Welt sein.
Oligarch Alexander Ponomarenko behauptet, seit langem Eigentümer des Anwesens am Schwarzen Meer zu sein. Auch ein weiterer milliardenschwerer Russe, Arkadi Rotenberg, macht Besitzansprüche geltend. Beide Männer sind Putins best Buddys. Insbesondere Jugendfreund Rotenberg, der auch zu den Judo-Sparringspartnern des Präsidenten gehörte. Rotenberg wurde unter anderem von der EU, Großbritannien, den USA und der Schweiz sanktioniert. Wie „Der Spiegel“ berichtete, besitzt er eine leerstehende Villa in Schmargendorf im Südwesten Berlins.
Die Residenz am Kap Idokopas von dem italienisch-russischen Architekten Lanfranco Cirillo wurde im italienisierenden Stil entworfen und hat eine Fläche von etwa 18.000 Quadratmetern. Und ist somit mehr als dreimal so groß wie das Weiße Haus. Es verfügt angeblich nur über elf Schlafzimmer, aber dafür über ganz viele andere feudale Räume. Gehen wir doch einmal hinein.
Schon der Blick in die Haupthalle (s. Bild) lässt unschwer erkennen, dass bei diesem Anwesen geprotzt und nicht gekleckert wurde. Handgemalte Fresken verzieren prachtvoll die Wände und Decken, die mit Marmor und reichlich Gold verkleidet sind. Überdimensionale Kronleuchter zieren effekthascherisch fast jeden einzelnen Raum des Palastes.
Die königlichen Schlafgemächer sind ebenso stattlich ausstaffiert. Mit Himmelbetten und antiken französischen sowie italienischen Möbeln. Vergoldete Decken und seidengetäfelte Wände vervollständigen die pompöse Ausstattung. Luxuriöses Wohnen in Reinkultur – kein Zweifel. Laut der „BBC“ musste der Eine-Milliarde-Dollar-Palast allerdings zwischen 2005 und 2020 wegen Schimmelbefall permanent renoviert werden. Angeblich soll sich unter der Protzvilla auch ein Bunker verstecken, der in die Felswand gebaut wurde, berichtet „Business Insider“. Auch Putin wird mit Sanktionen rechnen müssen, allerdings ist sein Vermögen laut der US-Zeitung „New York Times“ rätselhaft gut versteckt.
Roman Abramowitsch ist wohl einer der bekanntesten russischen Oligarchen. Und vielleicht der, mit den hochpreisigsten Häusern im Portfolio. Sein Londoner Anwesen im königlichen Kensington-Viertel ist schon beeindruckend. Der ehemalige Besitzer des Fußballclubs FC Chelsea kaufte die prunkvolle Prachtanlage 2009 für umgerechnet etwa 102 Millionen Euro. Und die Immobilie ist laut der öffentlichen Regierungs-Webseite gov.uk nur einer seiner im Land befindlichen und eingefrorenen Vermögenswerte. Angeblich soll er zudem exorbitante Summen in seiner Kunstsammlung vor internationalen Sanktionen verstecken, berichtet die „Zeit“.
Das herrschaftliche Haus mit 15 Schlafzimmern liegt nur einen Steinwurf vom Kensington-Palast, in dem unter anderem Prinz William und Herzogin Kate nächtigen, entfernt. Abramowitschs Anwesen befindet sich nämlich auf einem Grundstück, das im Besitz der britischen Krone ist. Und das bedeutet, dass die königliche Familie jedes Jahr Tausende von prächtigen Pfund für die Pacht erhält. Der Oligarch kann sein Haus in Kensington zwar derzeit nicht mehr nutzen, übertrug aber angeblich zehn Offshore-Fonds in Milliardenhöhe auf seine sieben Kinder – kurz bevor er mit Sanktionen belegt wurde, berichtet der „Guardian“.
Die Straße in Kensington, in der auch die russische Botschaft (s. Bild) zu finden ist, trägt den vornehmen Namen Kensington Palace Gardens. Sie ist die teuerste Straße des Landes und wird oft auch als „Billionaires' Row“ – Reihe der Milliardäre – betitelt. Der Zeitung „Daily Mail“ zufolge soll Abramowitsch auch eine Wohnung in Chelsea mit Blick auf die Themse besitzen. 2018 gab er dafür angeblich umgerechnet rund 25 Millionen Euro aus. Es wird spekuliert, wie lange Abramowitsch seine pomphaften innerstädtischen Immobilien noch besitzen wird. So beklagte der Labour-Abgeordnete Chris Bryant die träge Regierung. So fix wie die Vermögenswerte der Oligarchen veräußert werden, würden die langsam arbeitenden Behörden nicht reagieren können. Laut der „Daily Mail“ hat Abramowitsch schon längst mit dem Verkauf seines britischen Portfolios begonnen.
Im April 2022 beschlagnahmten französische Behörden im Rahmen einer Razzia gegen russische Oligarchen das Château de la Croë in Südfrankreich. Die feudale Villa des Multimilliardärs liegt am Cap d'Antibes, einem der prestigeträchtigsten Orte an der Côte d'Azur. Das schmucke Schlösschen gehörte einst dem Herzog von Windsor und seiner Herzogin – vielleicht besser bekannt als Walli Simpson und soll rund 102 Millionen Euro wert sein.
Igor Schuwalow (rechts im Bild mit Russlands Präsident Wladimir Putin) war früher Russlands stellvertretender Ministerpräsident. Heute ist er Chef der russischen Bank VEB. Wegen seiner Beziehungen zum russischen Staatschef verhängte die Europäische Union im März Sanktionen gegen den Kreml-Vertrauten. Und er besitzt luxuriöse Immobilien im Vereinigten Königreich.
Glaubt man dem Anti-Korruptionsaktivisten Alexej Nawalny soll Schuwalow Eigentümer zweier Luxuswohnungen in Londons feinster Adresse sein. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen verschwenderischen, spätviktorianischen Wohnblock. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war in dem gigantischen Gebäude der britische Auslandsgeheimdienst, Secret Intelligence Service, untergebracht.
Laut der Zeitung „The Guardian“ wechselten die exklusiven Immobilien 2014 für umgerechnet 14,3 Millionen Euro den Besitzer. Die wahnwitzig teuren Wohnungen sollen für den ehemaligen russischen Politiker in ein 500 Quadratmeter großes Luxusdomizil umgewandelt worden sein. Schuwalow allerdings verneinte dies und behauptete, er habe die Wohnungen nur gemietet.
Michail Fridman ist einer der einflussreichsten Wirtschaftsführer Russlands. Seine Milliarden machte er vor allem mit der Gründung der Alfa Group, eines der größten privaten Industrie- und Finanzkonzerne Russlands, sowie mit seinen international tätigen Investmentgesellschaften, LetterOne. Auch gegen Fridman wurden im Zusammenhang mit dem Angriffkriegs auf die Ukraine Sanktionen verhängt. Nach Angaben der Zeitung „i“ bat der Multimilliardär die britische Regierung um Zugang zu seinem Vermögen. Der Arme befürchtete, nicht mehr „normal in London leben“ zu können. Normal ist für den russischen Oligarchen sein überdimensioniertes Anwesen in einem von Londons teuersten Wohnvierteln, Highgate.
Dieses gotische Anwesen aus der viktorianischen Zeit legte sich Fridman 2016 für umgerechnet rund 87,2 Millionen Euro zu. Das baufällige Athlone Haus aus dem Jahr 1855 wurde nach den entsprechenden Wünschen eines echten Oligarchen umgestaltet. Fridmans Traumhaus besitzt unter anderem einen unterirdischen Swimmingpool, eine Sternwarte sowie einen Yogaraum. Im Dezember 2022 stand dann die Polizei vor der Tür, doch laut der britischen Zeitung „The Times" soll auch diese Razzia unrechtmäßig gewesen sein.
Zu dem rund zwei Hektar großen Grundstück, dessen Landschaftsgarten dem Schloss von Versailles nachempfunden wurde, gehören auch eine terassierte Obstwiese und Seerosenteiche. Wohnen soll Fridmans laut der Zeitschrift „Forbes“ aber in seinem Londoner Zweitwohnsitz. Das 2002 erworbene dreistöckiges Stuckhaus liegt ebenfalls im Norden der Metropole.
Suleiman Kerimow (im Bild links hinter Putin) stand schon vor seiner Sanktionierung im März 2022 mit westlichen Behörden in Konflikt. Laut dem Wirtschaftsblatt „Forbes“ besitzt der Goldmagnat vier Villen auf der exklusiven Milliardärs-Halbinsel Cap d‘Antibes an der französischen Côte d'Azur. Beim Verkauf einer der Immobilien kam Kerimow 2020 wegen Verdacht der Steuerhinterziehung in Negativschlagzeilen. Er wurde schließlich freigesprochen und Kerimows Rechtsbeistand ließ über die Nachrichtenagentur Associated Press verlauten: „Er wurde nie von einem Gericht verurteilt, weder in Frankreich noch sonst wo.“
2008 soll das hochherrschaftliche Anwesen für umgerechnet fast 50 Millionen Euro verkauft worden sein. Und das angeblich – so fanden französische Fahnder heraus – umgerechnet etwa 135 Millionen Euro unter dem tatsächlichen Kaufpreis. Zwölf Jahre später wurde das Schweizer Unternehmen, das für den Deal genutzt wurde, mit einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet etwa 1,5 Millionen Euro belegt.
Für Furore der angenehmeren Art sorgte das schmucke Anwesen bereits 1988. Es war die Filmheimat eines der Protagonisten in der Komödie „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ mit Michael Caine und Steve Martin. Die mediterrane Villa verfügt über eine ganze Reihe von Hollywood-tauglichen Ausstattungsmerkmalen wie einen Tennisplatz, einen oval geschwungenen Außenpool sowie ein großes Gewächshaus.
Oleg Deripaska gehört zu den reichsten Personen Russlands. Sein irrwitziges Vermögen investiert der Aluminium-Tycoon gut und gerne in sein umfangreiches globales Immobilienportfolio – das sich laut dem „Forbes“-Magazin von London bis New York und von Saint-Tropez bis Italien erstreckt. Eine von Deripaskas Immobilien schaffte es vor einiger Zeit prominent in die Medien. Wie die Zeitung „The Guardian“ berichtete, besetzen Aktivisten die Oligarchen-Villa im Londoner Nobelstadtteil Belgravia und protestierten so gegen die Lage in der Ukraine.
Deripaska, der bereits 2018 von den USA sanktioniert wurde, steht wie auch andere Oligarchie-Kollegen in den USA, der EU, Großbritannien, Kanada und Australien auf der schwarzen Liste.
Die schmucke Hütte am Belgrave Square Nr. 5 verfügt über sieben Schlafzimmer, ein Heimkino und ein türkisches Dampfbad. Über einen Sprecher teilte der Milliardär dem Nachrichtenkanal Sky mit, dass die Immobilie nicht ihm, sondern Mitgliedern seiner Familie gehöre. Als die Immobilie 2002 für umgerechnet knapp 39 Millionen Euro auf den Markt ging, bezeichnete sie die Zeitung „Mirror“ als teuerstes Reihenhaus der Welt.
Auch jenseits des Atlantiks shoppte Deripaska im großen Stil nach Immobilien. Im Jahr 2008 erwarb er zum Beispiel dieses fünfstöckige Haus (s. Bild) im New Yorker Stadtviertel Upper East Side. Für umgerechnet knapp 28 Millionen Euro.
In Manhattan legte sich der reiche Russe dieses bezaubernde Stadthaus (s. Bild) zu. Laut dem Immobilienblog „Curbed“ handelt es sich dabei um die ehemalige Kneipe Pirate's Den, in der es angeblich spukt. Das dreistöckige Anwesen ging 2006 für gespenstische umgerechnet rund drei Millionen Euro an Deripaska. Offensichtlich eine lohnende Investition: Heute soll es laut dem US-Immobilien-Onlinemarkt Trulia geschätzte elf Millionen Euro wert sein.
Andrej Gontscharenko ist einer der weniger bekannten russischen Oligarchen. Nur selten lässt er sich in der Öffentlichkeit sehen. Seine Immobilien aber ziehen die Blicke auf sich. Nur einen Steinwurf von der noblen Residenz des US-Botschafters im Londoner Regent‘s Park entfernt, kaufte der Gazprom-Milliardär 2012 dieses elegante Schlösschen. Laut der Zeitung „Mirror“ gab er dafür umgerechnet satte 144 Millionen Euro aus. Für viele Jahre galt das historische Gebäude als das teuerste Privathaus des Landes. Das von dem renommierten Architekten John Nash entworfene Haus wurde in den 1820er-Jahren erbaut und Anfang des 20. Jahrhunderts von einem anderen geschätzten Architekten, Edwin Lutyens, erweitert.
Gontscharenko kaufte das Anwesen (hier auf einer Illustration von 1826) von dem konservativen Lord Bagri, der für die prächtige Restaurierung des vergoldeten Stucks im Haus verantwortlich war. Doch Gontscharenko war von den Arbeiten offensichtlich wenig begeistert. Viele Bagri-Elemente fielen dem Abrisshammer zum Opfer. So ließ der Gazprom-Invest-Yug-Chef zum Beispiel das Schwimmbad, das sich auf Knopfdruck in einen Ballsaal verwandelt, verändern. Der neue, größere Poolbereich im Untergeschoss umfasst eine Sauna, ein Dampfbad und ein Heimkino. Die kumulierende Kombination aus mit Marmor ausgekleideten Badezimmern und glänzend-goldigen Armaturen strahlt nur so vor üppiger Opulenz. Sogar die Handtuchheizkörper sind aus purem Gold.
Gontscharenkos britische Immobilien sind in den angesagtesten Gegenden Londons zu finden. Eine von ihnen steht am Eaton Square. Der Platz im Diplomatenviertel trägt den Spitznamen „Roter Platz“, da angrenzend so viele russische Milliardäre ein Häuschen besitzen. Laut dem Nachrichtenportal „Business Insider“ erwarb Gontscharenko dieses Haus in Belgravia (s. Bild) im Jahr 2014 für umgerechnet rund 18 Millionen Euro. Das denkmalgeschützte, fünfstöckige Reihenhaus wurde im 19. Jahrhundert gebaut und gehört zu den begehrtesten Adressen der Hauptstadt. Viel Zeit scheint der Milliardär nicht in den knapp 1.400 Quadratmetern verbracht zu haben. Wie die Zeitung „The Guardian“ berichtete, okkupierten Hausbesetzer 2017 die leer stehende Luxusbleibe, die kurzzeitig sogar als Obdachlosenunterkunft genutzt wurde.
Der Bankmilliardär Alexei Kusmitschow war wie sein Studienkollege Michail Fridman erfolgreicher Gründer von Alfa-Group und LetterOne. Einen Teil seines milliardenschweren Vermögens steckte er in hochwertige Immobilien. Anfang 2016 zum Beispiel erwarb er zwei vierstöckige Stadthäuser in einer Wohnanlage im reichen New Yorker Stadtviertel Upper East Side.
Sein Plan, die beiden Immobilien zu einer zu machen, ging nicht auf. Und so behielt er nur die vier Etagen im noblen Brownstone-Gebäude, das 1901 vom berühmten Architekten Grosvenor Atterbury entworfen wurde. Da dem Milliardär die knapp 930 Quadratmeter zu klein zum Wohnen waren, setzte er dem Atterbury-Mansion vier zusätzlich krönende Stockwerke aufs Haupt.
Zwei der hinzugebauten Stockwerke verfügen über eine Dachterrasse mit einer fantastischen Aussicht über Manhattan, stilvollem Sitzbereich und Whirlpool.
Das Interieur des Hauses hält sich – zumindest was die Farbpalette betrifft – zeitgenössisch zurück. Das salonfähige Wohnzimmer mit Gewölbeglasfenstern und seinen fast vier Meter hohen Decken ist zwar nicht unauffällig, aber viel minimalistischer eingerichtet als man es vielleicht vom traditionell russisch-glamourösen Geschmack erwartet. Ganz ohne ein paar Goldverzierungen geht es aber auch hier nicht – versteht sich.
Im Esszimmer kontrastieren goldfarbene Stühle und andere Glamour-Details die weiß getünchten Wände. Laut der Zeitung „The New York Post“ verkaufte Kusmitschow – wie viele russische Oligarchen auch, die Immobilien am Big Apple besaßen – nach den US-Sanktionen. Das soll ihm umgerechnet knapp 41 Millionen Euro eingebracht haben.
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