Mitte September war Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un auf Staatsbesuch beim russischen Präsidenten Wladimir Putin. Doch anstatt sich für die rund 686 Kilometer einfach in den Privatflieger zu setzen, nahm Kim, der wohl zu den berüchtigtsten Diktatoren der Welt zählt, die Bahn. Das Transportmittel ist allerdings kein einfacher Zug, sondern eine gepanzerte Sonderanfertigung, die einer rollenden Festung gleicht. Denn Sicherheit geht vor Geschwindigkeit. Wegen der aufwendigen Panzerung fährt der Zug zwar nur 60 Kilometer pro Stunde, ist dafür aber mit allerlei opulenten Extras ausgestattet. Werfen Sie hier mit uns einen Blick in die Waggons ....
Seit dem Tod seines Vaters Kim Jong-il im Jahr 2011 ist Kim Jong-un in Nordkorea an der Macht. Während der autoritäre Führer, der dem Westen mit nuklearer Vernichtung droht, sein Volk hungern lässt und malträtiert, schwelgt der Diktator schamlos in Luxus – ob in einem seiner Paläste, prachtvollen Villen oder anderen extravaganten Residenzen. Auch seine Fahrzeugflotte könnte protziger kaum sein.
Einem südkoreanischen Geheimdienstbericht zufolge besteht Kim Jong-uns markanter grün-goldener Zug aus 90 Hochsicherheitswaggons sowjetischer Bauart. Und das ist offenbar nicht der einzige Zug, den der Diktator bei seiner Reise einsetzt. Ein zweiter wird als Vorhut zur Erkundung der Schienen und Überprüfung der Streckensicherheit vorausgeschickt. Hinter Kim Jong-uns gepanzertem Schienenfahrzeug bildet der dritte Zug mit Leibwächtern und zusätzlichem Personal das Schlusslicht. Schon sein Vater Kim Jong-il schickte bei seinen Reisen 100 Sicherheitsbeamte voraus, die die Bahnhöfe nach Bomben absuchten, während Militärhubschrauber und -flugzeuge für den Schutz von oben sorgten.
Die altmodischen Sofas und Sessel aus rosa Leder, auf denen Kims Gäste Platz nehmen, wirken wie ein Relikt aus den 1980er-Jahren. Hier ist er mit Funktionären und Journalisten der nordkoreanischen Staatspresse zu sehen. In dem gepanzerten Luxuszug soll sich ein riesiger Stab um das Wohl des Diktators kümmern und ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen. Angeblich ließ sich Kim Jong-il während der Fahrten durch Sibirien nach Russland lebende Hummer und „andere frische Delikatessen“ servieren, berichtet die Zeitung „New York Times“. Dazu gab es kistenweise Bordeaux- und Burgunderweine, die eigens aus Frankreich eingeflogen wurden.
Ein russischer Offizieller, der 2011 mit im Zug saß, behauptete sogar, man habe damals jedes Gericht der russischen, chinesischen, koreanischen, japanischen und französischen Küche bestellen können. Wie sein Vater ist auch Kim Jong-un ein Liebhaber der feinen Küche, soll aber Schweizer Käse, Cristal-Champagner und Hennessy-Cognac bevorzugen. Ironischerweise soll es beim jüngsten Treffen des Diktators mit Wladimir Putin auch um Lebensmittel und Hilfe für sein hungerndes Volk sowie um russisches Know-how für das nordkoreanische Raumfahrtprogramm gegangen sein. Im Gegenzug erhofft sich der russische Despot nordkoreanische Waffen.
Die fürstlich ausgestattete Schienen-Residenz verfügt über mehrere große Wohnbereiche und Konferenzräume. Das Foto aus dem Jahr 2015 zeigt Kim Jong-un in einem Besprechungsraum mit weiß getäfelten Wänden und mit Raffvorhängen verzierten Fenstern. Im Büro des bekennenden Apple-Fans finden sich mindestens ein Macbook, Flachbildfernseher und Satellitentelefone. Schon sein Vater soll sich von weiblichen Animateurinnen singend unterhalten lassen haben. Auch Kim Jong-un soll für seine Zugfahrten „große und schöne“ Frauen für seine „Lust-Brigade“ rekrutieren, so die britische Boulevardzeitung „The Sun“.
Kim Jong-un scheint die angebliche Flugangst seines Vaters nicht geerbt zu haben. Im Jahr 2015 hob er ab, um einige nordkoreanische Bauprojekte aus der Luft zu betrachten. Dabei gewährte er der Welt einen Blick in sein Privatflugzeug. In seinem Büro stehen vor einer holzvertäfelten Wand ein passender Schreibtisch aus poliertem Walnussholz und wuchtige weiß-rosa Ledersessel mit Goldapplikationen. Neben einer Reihe von Telefonen ist auch der kristallene Aschenbecher für den rauchenden Diktator stets griffbereit.
Bei Kim Jong-uns Privatjet handelt es sich vermutlich um ein 40 Jahre altes sowjetisches Verkehrsflugzeug vom Typ Iljuschin Il-62. Für den nordkoreanischen Staatschef wurde die Maschine mit blau gemusterten Teppichen ausgestattet und die Passagierkabinen mit schweren Vorhängen abgetrennt. Theoretisch hätte Kim Jong-un auch zu Putin nach Russland fliegen können. Allerdings wurde er bereits 2018 wegen seiner fahruntüchtigen Flugzeugflotte belächelt. Damals musste sich der nordkoreanische Diktator für sein Treffen mit Donald Trump in Singapur eine Boeing 747 von Air China ausleihen. Und da der „paranoide Putin“ – gegen den ein Haftbefehl wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine vorliegt – Russland nicht verlassen will, scheint die Reise mit dem Zug nun die praktikabelste Option für Kim Jong-un zu sein.
Die mobilen Residenzen von Kim Jong-un sind zwar mit luxuriösestem Schnickschnack ausgestattet, aber im Vergleich zu seinen zahlreichen Protzpalästen kaum der Rede wert.
Der Kumsusan Palast der Sonne (im Bild) in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang steht für die Ästhetik, die die Mitglieder der Kim-Familie offensichtlich bevorzugen. Der Palast war die offizielle Residenz des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il-sung. Heute dient er als sein Mausoleum, in dem auch sein Sohn Kim Jong-il begraben ist. Dem jetzigen Diktator Kim Jong-un sollen insgesamt 13 Festungsanlagen für seinen Aufenthalt in der Hauptstadt zur Verfügung stehen.
Als der russische Außenminister Sergej Lawrow dem nordkoreanischen Despoten im Jahr 2018 einen Besuch abstattete, wurde einer dieser Wohnsitze fotografiert. Laut dem amerikanischen Nachrichtensender „CNN“ zeigten die Bilder ein hell erleuchtetes, weitläufiges Anwesen, das recht nüchtern eingerichtet ist. Dafür sei es mit Kunstwerken, teuer aussehenden Teppichen und Marmorsäulen geschmückt. Unter den 13 angeblichen Pjöngjang-Residenzen scheint der Ch’angkwangsan-Komplex – hier von oben gezeigt – der größte zu sein.
Einem Bericht auf der Webseite „North Korea Leadership Watch“ zufolge hat der paranoide Diktator angeblich acht weitere Luxusvillen auf dem Gelände errichten lassen – wohl ein taktischer Zug, um potenzielle Attentäter zu verwirren. Es weiß aber niemand genau, ob diese Villen für seinen persönlichen Gebrauch, für Familienmitglieder oder gar Mitarbeiter gebaut wurden.
Abseits der Hauptstadt soll Kim ebenfalls eine Vielzahl protziger Anwesen zur persönlichen Entspannung besitzen. Der südkoreanische Satellitenbildexperte Bruce Songhak Chung konnte angeblich bis zu 30 Luxusimmobilien identifizieren, die vom obersten Führer Nordkoreas sowie seiner Familie genutzt werden. Der Komplex im Ferienort Wŏnsan an der Ostküste Nordkoreas (im Bild) soll Kims Favorit sein.
Der angebliche Rückzugsort, der von der amerikanischen Boulevardzeitung „New York Post“ als Resort im Stil von Donald Trumps Mar-a-Lago beschrieben wurde, soll über alles verfügen, was ein Despot so zur Entspannung braucht: gepflegte weiße Sandstrände, Schwimmbecken mit Wasserrutschen, Tennisplätze, ein Stadion, einen Hubschrauberlandeplatz, einen Hafen für seine Flotte von Superjachten und Kreuzfahrtschiffen sowie Luxusunterkünfte.
Ein Analyst der medialen Nordkorea-Experten „38 North“, Michael Madden, mutmaßte: „Man könnte sechs Mar-a-Lagos in Kims Anwesen unterbringen.“ Neben dem gigantisch-großen Resort-Komplex sollen übrigens noch drei paradiesische Inseln (im Bild) zum Privatbesitz von Nordkoreas oberstem Führer gehören.
Auch am malerischen Yonphung-See in Nordkorea, in der Nähe des wichtigsten Nuklearkomplexes des Regimes, soll Kim Jong-un mehrere palastartige Anwesen besitzen. Und laut „NK Pro“, einer unabhängigen Nachrichtenseite mit Schwerpunkt Nordkorea, kommt nun noch ein weiteres hinzu. Demnach hat der Machthaber im September 2022 den Bau einer kompliziert konstruierten Megavilla (im Bild oben eingekreist) samt vierstöckigem Turm in Auftrag gegeben. Mit 21.000 Quadratmetern wird sie viermal so groß sein wie das Weiße Haus in Washington. Das Anwesen soll eine bereits seit Mai 2021 im Bau befindliche Residenz (im Bild unten eingekreist) ergänzen. Sein Volk indes leidet enorme Nöte und Millionen Nordkoreaner kämpfen ums nackte Überleben.
Entdecken Sie nun, welchen Luxus sich schon andere absolutistische Herrscher der Welt für ihre Domizile gegönnt haben: Von Adolf Hitler bis Wladimir Putin.
Während ihr eigenes Volk hungert, unterdrückt oder gar gefoltert wird, leben die schlimmsten Staatenlenker der Welt in verschwenderischem Luxus und protzigen Residenzen. Die Tyrannen verprassen ihr unrechtmäßig erworbenes Geld – ohne Rücksicht auf Verluste. Und zwar ganz ohne Scham. Hier öffnen wir die Türen zu den Geheimdomizilen noch lebender und bereits verstorbener Diktatoren aus aller Welt – von Adolf Hitlers Berliner Bleibe über Saddam Husseins Palast und Wladimir Putins opulentem Liebesnest.
Während der Amtszeit des irakischen Präsidenten Saddam Hussein von 1979 bis 2003 war die Nation im Nahen Osten in eine Reihe verheerender Konflikte verwickelt, vom Iran-Irak-Krieg über den Golfkrieg bis hin zum Irak-Krieg Anfang der 2000er-Jahre. Seine Herrschaft war geprägt von ungeheuren Menschenrechtsverletzungen, insbesondere gegenüber den Kurden sowie Anhängern des Bahai-Glaubens und den schiitischen Marsch-Arabern.
Der auch als Wasserpalast bekannte al-Faw-Palast ist Teil des weitläufigen Präsidentenkomplexes Al Radwaniyah am Stadtrand von Bagdad. Das Gebäude wurde in den 1990er-Jahren vom irakischen Diktator in Auftrag gegeben – zum Gedenken an die Rückeroberung der al-Faw-Halbinsel während des ersten Golfkrieges gegen den Iran im Jahr 1988.
Wie auch bei den anderen der über 80 Paläste, die dem irakischen Herrscher gehörten, wurde beim fast 42.000 Quadratmeter großen al-Faw-Palast an nichts gespart. Das Gebäude, das von zwei künstlichen Hügeln und Seen umgeben ist, zählt 62 Zimmer und 29 Badezimmer. In der Eingangshalle hängt ein majestätischer Kronleuchter, und der Boden besteht aus italienischem Marmor.
Saddam Hussein hielt sich eigentlich nicht oft im Palast auf. Tatsächlich soll er sogar nur sieben oder acht Nächte dort verbracht haben. Seine Söhne Qusay und Uday nutzten das Anwesen aber häufig als Quartier für ihre Jagdausflüge, und der Palast diente vielen Mitarbeitern des irakischen Diktators als Zufluchtsort. Dieses Bild zeigt die Überreste eines der großen Empfangsräume.
Bei den wenigen Besuchen im al-Faw-Palast nahm der irakische Machthaber auf dem kunstvoll dekorierten und mit goldenen Löwenköpfen verzierten Herrschersitz Platz. Das Foto zeigt einen amerikanischen Soldaten, wie er nach der Irak-Invasion im Jahr 2003 auf dem Thron posiert.
Das riesige Gebäude vereint sowohl traditionelle arabische als auch europäische Designeinflüsse, wie zum Beispiel dieser glitzernde, vom Art déco inspirierte Kronleuchter, der eine der feinen Marmortreppen des Gebäudes ziert. Ein 40-köpfiges Team benötigte zwischen fünf und sechs Stunden, um den gesamten Palast zu putzen.
Nach der Invasion und Husseins Sturz wurde der Palast ab 2003 als Kommandozentrale für US-Truppen genutzt. Viele Räume, einschließlich der noblen Suiten, mussten als schnöde Büros herhalten. Neuerdings wird das Gebäude von der American University of Iraq (AUIB) benutzt, die im Jahr 2021 ihre Türen für Studenten öffnete.
Der russische Präsident Wladimir Putin klammert sich seit 1999 an die Macht in Russland, geht hart gegen Meinungsverschiedenheiten im Land vor und verursacht Chaos auf globaler Ebene. Sein schonungsloses Machtstreben wurde im Jahr 2014 mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim deutlich. Im Februar 2022 fiel der despotische Aggressor militärisch in die Ukraine ein.
Mit einem angeblichen Nettovermögen von weit über 180 Milliarden Euro könnte der russische Tyrann Berichten zufolge der reichste Mann der Welt sein. Mit einer Reihe heimlicher Residenzen. Wie Antikorruptionsaktivisten und Enthüllungsjournalisten veröffentlichten, zählen dazu ein riesiger Palast an der Schwarzmeerküste sowie ein Waldversteck am Waldai-See, dessen Haupthaus – auch Putins Datscha genannt –, hier im Bild zu sehen ist.
Dank des „Proekt“-Teams gibt es nun Bilder vom geheimnisvollen Palastinneren. Die Fotos stammen angeblich von einem Bauunternehmer. Laut der britischen Zeitung „Daily Mail“ soll Putin über die am 28. Februar 2023 durchgesickerten Bilder vor Wut getobt haben. Und das, obwohl der russische Despot die knapp 3.500 Quadratmeter große Waldaisee-Villa ja nie öffentlich zu seinem Besitz gemacht hat. Das Bild zeigt ein pompös ausstaffiertes Wohnzimmer.
Laut „Proekt“ waren die Zimmer einst modern eingerichtet. Angeblich war es Putins Renovierungswunsch, die Räume mit viel Blattgold und prunkvollen Möbeln auszustaffieren, damit sie der opulenten Eremitage in St. Petersburg in nichts nachstehen. Das Foto zeigt einen Raum, den die „Proekt“-Journalisten das „weiße Esszimmer“ getauft haben. Putin soll übrigens eine besondere Vorliebe für in den Wäldern verborgenen Immobilien haben.
Gerüchten zufolge hat Putin gleich „mehrere“ Kinder mit der Turnerin und späteren Politikerin Alina Kabajewa. Laut „Proekt“ baute der Autokrat seiner Freundin und ihren Kindern eine weitläufige Holzvilla auf dem größeren Waldai-Anwesen – rund 800 Meter vom Palast entfernt. Wenn der Präsident in seinem Landpalast residiert, soll er angeblich von diesem Büro (im Bild) die Kreml-Geschäfte sowie seine schlecht ausgerüsteten Truppen in Russlands illegalem Krieg gegen die Ukraine lenken. Vergoldete Kronleuchter erhellen den Raum, der mit Intarsienmöbeln wie einem riesigen Schreibtisch und einem Konferenztisch ausgestattet ist.
Dies ist angeblich Putins Schlafzimmer im französischen Second-Empire-Stil, das interessanterweise an den Grand Salon von Napoleon III. im Louvre erinnert. Wie die anderen Räume im Putin-Palast ist auch dieses Zimmer sowohl mit einem eigenen Balkon als auch mit vielen hochwertigen Möbeln und goldenen Akzenten ausgestattet. Andere bemerkenswerte Räume in der Villa sind die Musiklounge mit einem weißen Petrof-Konzertflügel und der „Nachtkeller“ mit vergoldeten Stühlen und einem mit Blattgold verzierten Kronleuchter, von dem sich Gäste angeblich ein Stück vom Edelmetall abreißen und mit nach Hause nehmen können.
Das gesamte untere Stockwerk der Datscha ist zu einem luxuriösen Freizeitbereich umfunktioniert worden. Dort kann sich Putin samt Mitarbeiter-Entourage entspannen, während in der Ukraine der Krieg tobt. Der Bereich verfügt über einen Pool, ein Hamam, einen Whirlpool und einen Massagetisch. Und damit nicht genug. Auf dem Gelände soll sich ein weiteres, größeres Spa befinden, das von Nawalny-Aktivisten als „Tempel der Askese“ beschrieben wurde.
Muammar Gaddafi wurde im Jahr 1942 in eine Beduinenfamilie geboren und führte im Jahr 1969 einen Putsch an, der zum Sturz von Libyens König Idris I. führte. Oberst Gaddafi, wie er genannt wurde, verwandelte Libyen in einen pseudosozialistischen Staat und häufte gleichzeitig ein persönliches Vermögen in Höhe von schätzungsweise 183 Milliarden Euro an.
Gaddafis Hauptwohnsitz war Bab al-Aziziya. Die sogenannte „Burg der Furcht“ war ein weitläufiges, ummauertes Gelände im Zentrum von Libyens Hauptstadt Tripolis. Auf dem riesengroßen Grundstück standen Gaddafis Privatresidenz, Militärkasernen, eine Moschee, ein Hallenbad und verschiedene andere Gebäude. Das Foto zeigt die erwähnten Mauern nach den Massenprotesten des Arabischen Frühlings 2011.
Diese Momentaufnahme im Hallenbad wurde nach dem Sturz des Diktators gemacht und zeigt einen Rebell, wie er die grüne Flagge des Gaddafi-Regimes in Brand steckt. Das ursprüngliche rot-schwarz-grüne Design, das im Jahr 1951 nach der Gründung des Königreichs Libyen etabliert wurde, ist seitdem wieder in Verwendung.
Zwar soll Gaddafis Residenz in Tripolis weniger luxuriös als seine Häuser in den Golfstaaten gewesen sein. Trotzdem fehlte es dem Anwesen nicht an Erhabenheit und Prunk – was das Foto von Gaddafis Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Bab al-Aziziya beweist. Putin, nicht nur ähnlich repressiv wie der libysche Revolutionsführer, scheint die Vorliebe für Gold mit dem verstorbenen Autokraten geteilt zu haben.
Gaddafi blieb seinen beduinischen Wurzeln treu. Er zog es vor, in einem klimatisierten Zelt innerhalb des Komplexes zu leben und empfing dort auch oft ausländische Würdenträger, wie zum Beispiel den früheren französischen Präsidenten Jacques Chirac (links im Bild). Sein Luxus-Zelt nahm der Oberst auch gern auf Reisen mit. Im Jahr 2009 reichte er einen Antrag ein, es im New Yorker Central Park aufstellen zu dürfen. Sehr zum Entsetzen der örtlichen Behörden.
Als Reaktion auf den Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek „La Belle“ im April 1986 startete unter dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan die „Operation El Dorado Canyon“, bei der auch Gaddafis Aufenthaltsort Ziel von den US-Luftangriffen war. Gestürzt wurde der libysche Diktator aber erst 2011 im Zuge der Aufstände und Rebellionen der arabischen Welt – auch als Arabischer Frühling oder Arabellion bekannt. Die Nato bombardierte Bab al-Aziziya, dessen Wachpersonal sich im August 2011 ergab.
Gaddafi, der seit Juni 2011 als mutmaßlicher Kriegsverbrecher per Haftbefehl gesucht wurde, floh in seine Heimatstadt Sirte. Am 20. Oktober 2011 starb der diktatorische Revolutionsführer. Die genauen Umstände seines Todes und ob er durch einen Nato-Angriff oder von Truppen der Übergangsregierung getötet wurde, sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Bab al-Aziziya wurde geplündert und verwüstet. Eine Zeit lang wohnten Familien in den wenigen, noch stehenden Häusern. Und der Platz inmitten der Ruinen wurde als Markt genutzt, bis der gesamte Komplex dem Erdboden gleichgemacht und in einen Park verwandelt wurde.
Adolf Hitler schrieb an der Geschichte des 20. Jahrhunderts auf schrecklichste Weise mit. Der gebürtige Österreicher löste mit dem Einmarsch in Polen im September 1939 den Zweiten Weltkrieg aus. Sein menschenverachtender Rassismus endete im Holocaust, einem Völkermord, bei dem sechs Millionen Juden und Millionen anderer Minderheiten, darunter Slawen, Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Widerstandskämpfer und Zeugen Jehovas, ihr Leben verloren.
Als der mörderische Despot sich 1934 den Titel „Führer“ gab, requirierte er die Privatwohnung des ehemaligen Reichspräsidenten in der Berliner Reichskanzlei. Von seiner neuen „Führerwohnung“ in der Wilheimstraße 77 war der Nazi-Despot aber nicht besonders begeistert. Die Räumlichkeiten waren seiner Meinung nach „eher für eine Seifenfabrik“ gemacht.
Der selbstverliebte und größenwahnsinnige Diktator hielt die Privaträume für einen Staatsmann seines Formats nicht für repräsentativ genug. Doch füllte Hitler die Residenz mit teuren Kunstwerken und Antiquitäten, die die Nazis während ihrer Schreckensherrschaft den zahlreichen Opfern gestohlen hatten.
Anfang der 1930er-Jahre ließ Hitler das Haus umgestalten und beauftragte damit den Architekten Paul Ludwig Troost. Nach dessen Tod 1934 übernahm dessen Witwe Gerty die Renovierungsarbeiten. Sie wurde Hitlers persönliche Innenarchitektin. Dieses Bild zeigt einen der Sitzungsräume der Reichskanzlei.
Hitlers Privatbüro fiel nicht ganz so nüchtern und etwas wohnlicher aus (im Bild). Neben seinem Berliner Amtssitz besaß der Wahl-Deutsche das Landhaus Berghof bei Berchtesgaden sowie eine Wohnung in München. Während des Zweiten Weltkriegs verbrachte er mehr als 800 Tage im befestigten Führerhauptquartier Wolfsschanze bei Gierłoż im heutigen Polen.
Rund 16.000 Bücher sollen die Bibliotheksregale der Führerwohnung gefüllt haben. Angeblich schmökerte der leseversessene Hitler täglich in einem Band. Und das, obwohl viele bedeutende Werke der Literatur vom Regime verboten wurden, wie zum Beispiel Romane von Autoren wie Marcel Proust, Ernest Hemingway und Aldous Huxley.
Bis kurz vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht verweilte Hitler immer mal wieder in der Führerwohnung. Dann allerdings zog er sich mit seiner Geliebten Eva Braun und seinen engsten Vertrauten im Führerbunker im Garten der alten Reichskanzlei zurück. Einen Tag bevor Hitler und Braun sich darin selbst das Leben nahmen, heiratete das Paar am 28. April 1945. Nach dem Krieg zerstörten die Sowjets die Reichskanzlei. Dieses Bild zeigt eine originalgetreue Nachbildung von Hitlers Büro, die im Museum des Berlin Story Bunker zu sehen ist.
Benito Mussolini war der erste faschistische Diktator des 20. Jahrhunderts. Italiens „Il Duce“ war von 1922 bis 1943 italienischer Ministerpräsident und Meister der politischen Agitation. Der Autokrat verwickelte sein Land in einen brutalen imperialen Überfall auf das Kaiserreich Abessien in Afrika und führte es in den Zweiten Weltkrieg, als sich sein repressives Regime mit Nazi-Deutschland verbündete.
Wie die meisten seiner größenwahnsinnigen Diktatoren-Kollegen hatte auch Mussolini eine Vorliebe für extremen Luxus. Und so zog der Manipulator 1925 offiziell in die prachtvolle Villa Torlonia in Rom ein, die ursprünglich für den Begründer des gleichnamigen Adelsgeschlechts, Giovanni Torlonia, Anfang des 19. Jahrhundert ausgebaut worden war. Der extravagante Faschist zahlte der Familie Torlonia eine symbolische Pacht von einer Lira pro Jahr und wohnte bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1943 auf dem Anwesen.
Die kathedralenartigen Decken der neoklassizistischen Villa sind mit kunstvollen Fresken verziert. Und das Gebäude strotzt nur von korinthisch und ionisch anmutenden Säulen aus teurem Carrara-Marmor und üppigen vergoldeten Kristallleuchtern.
Das palastartige Gebäude sowie der Park wurden 1832 vom Maler und Architekten Giovan Battisti Caretti weiter ausgebaut. Zur ohnehin schon prunkvollen Gestaltung fügte dieser weitere Elemente wie eine kolossale Säulenvorhalle unter einem gewaltigen Dreiecksgiebel hinzu. Auch in der Parkanlage errichtete er so einige Fantastereien. Dazu gehören die künstlichen Ruinen, der Saturntempel und die Brunnenanlage Tribuna Con Fontana.
Für den Entwurf des beeindruckenden Theaters zeichnet sich der Architekt Quintiliano Raimondi verantwortlich. Dank des Glasdachs und der riesigen, raumhohen Fenster, die den Saal ganz natürlich beleuchten, ist bei Aufführungen tagsüber keinerlei künstliches Licht nötig.
Das wohl außergewöhnlichste Gebäude im Park ist die Casina delle Civette (Haus der Eulen), die der venezianische Architekt Giuseppe Jappelli 1840 im Stil eines Schweizer Chalet errichete.1908 wurde die Casina von Enrico Gennari umgestaltet und vergrößert, der märchenhafte Türmchen und Buntglasfenster hinzufügte.
Zum Schutz vor Bomben sowie chemischen Angriffen ließ Mussolini unter dem Anwesen einen Geheimbunker bauen. Nach dem Sturz des faschistischen Regimes im Jahr 1943 und dem Tod des Diktators zwei Jahre später besetzen US-Streitkräfte die schicke Residenz. In den vergangenen Jahren wurde die verfallene Villa ziemlich restauriert und ist nun für die Öffentlichkeit zugänglich.
Ein weiterer Faschist des 20. Jahrhunderts ist Francisco Franco. Mit dem Sieg der Nationalisten im Spanischen Bürgerkrieg begann 1939 die Diktatur, die bis zum Tod des einstigen Putschisten im Jahr 1975 andauern sollte. Sein Land regierte der Militär mit eiserner Faust und während seiner langjährigen Herrschaft starben Hunderttausende von Menschen in Konzentrationslagern, bei der Zwangsarbeit oder in Hinrichtungen.
Offiziell residierte der Diktator ab 1940 im königlichen Palast in Madrid. Um der drückenden Hitze in der spanischen Hauptstadt zu entkommen, begab er sich im Sommer aber in seine Heimatregion Galicien. Und genauer in die Provinz A Coruña, ins schlossartige Herrenhaus Pazo de Meirás.
Trotz ihrer mittelalterlich anmutenden Architektur wurde die Residenz gegen Ende des 19. Jahrhunderts im revivalistischen Stil erbaut. Das Gebäude war lange im Besitz der Familie Pardo Bazán, bevor es 1938 von der örtlichen nationalistischen Partei übernommen und 1941 an den spanischen Diktator „verkauft“ wurde.
Trotz Francos Tod im Jahr 1975 und der Wiederherstellung der Demokratie in Spanien blieb die Residenz bis 2020 im Besitz der Familie Franco. Das Herrenhaus ist in einem traditionellen spanischen Stil eingerichtet. An den Wänden hängen eine Fülle von Kruzifixen und zahlreiche religiöse Gemälde.
Neben einer Reihe edler Kristalllüster hängt auch ein vergoldetes Schiffsmodell von einer der Decken herab. Es ist ein Miniaturnachbau der berühmten „Santa Maria“. Mit diesem, in Galicien gebauten Schiff unternahm Christoph Kolumbus 1492 seine erste Reise über den Atlantik.
Die prachtvolle Kapelle im Herrenhaus ist mit einem kunstvoll geschnitzten Holzaltar, mehreren Kristallleuchtern und zahlreichen antiken Statuen ausgestattet. Im Jahr 2018 boten die Enkel des Diktators den Landsitz mit einer Preisvorstellung von umgerechnet rund 7,7 Millionen Euro zum Verkauf an.
Lange galt der rechtliche Status von Pazo de Meirás als umstritten. Nach einigen Petitionen und Gerichtsverhandlungen über die Herausgabe des Herrenhauses urteilte ein Richter im September 2020, dass der Verkauf von 1941 betrügerisch war. Drei Monate später ging das Herrenhaus in den Besitz des spanischen Staates über. Francos Erben forderten seitdem die Herausgabe von Inventar heraus, durften aber nur fünf dekorative Elemente wie die Teppiche aus den Fluren behalten.
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