Berlusconis Mega-Mausoleum und die Villen weiterer mächtiger Staatspersonen
Die Luxushäuser einer umstrittenen Persönlichkeit
Als am 12. Juni 2023 der Tod von Silvio Berlusconi bekannt wurde, ging für viele seiner rechtspopulistischen Anhänger eine Welt unter. Der 86-jährige Italiener, der in seinem Land vier Mal den Posten des Ministerpräsidenten innehatte, verstarb an den Folgen einer Leukämieerkrankung. Die Karriere des ehemaligen Regierungschefs, der sich selbst als „Jesus Christus der Politik“ bezeichnete, war von zahlreichen und teils schmuddeligen Skandalen gezeichnet. Für die größte Furore sorgten aber wohl die mutmaßlich anzüglichen Partys des affärenreichen Milliardärs, die als „Bunga Bunga“ in die Geschichte eingingen. 2011 musste Berlusconi im Zuge der Finanzkrise seinen Ministerpräsidentenposten räumen und schnupperte erst seit 2022 als Senator unter der rechtsextremen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wieder Regierungsluft. Wie es der umstrittene Staatsmann so weit brachte, welche Luxusvillen er sein Eigen nannte und warum er sich ein Mega-Mausoleum bauen ließ, das lesen Sie hier…
Der Aufstieg eines Medienmagnaten
Am 29. September 1936 kam Berlusconi als Sohn eines Bankangestellten und einer Sekretärin in Mailand zur Welt. Während des Jurastudiums an der dortigen Universität verdiente er sich ein Zubrot als Staubsaugervertreter und als Sänger in Nachtclubs und auf Kreuzfahrtschiffen. Mit Mitte Zwanzig gründete er 1961 sein erstes Unternehmen, auf das unter anderem 1972 sein erster Fernsehsender folgte, der regional ein leichtes Unterhaltungsprogramm ausstrahlte und für Berlusconi den Einstieg ins Mediengeschäft darstellte.
In den darauffolgenden Jahrzehnten sammelte seine 1978 gegründete Firma Fininvest fast 150 Unternehmen ein, darunter die Zeitung „Il Giornale“ und der Fußballclub AC Mailand. 1994 entschied Berlusconi – mittlerweile einer der reichsten und mächtigsten Männer Italiens – sich aktiv ins politische Geschehen seines Landes zu mischen und gründete rund zwei Monate vor den Parlamentswahlen die Partei Forza Italia. Dank ihres prompten Sieges stieg Berlusconi zum Ministerpräsidenten auf. Es schien, als könnte sich der zotige Geschäftsmann zu Italiens dienstältestem Premierminister der Nachkriegszeit – wenn auch mit Unterbrechungen – entpuppen, doch es kam anders ...
Villa Certosa, Sardinien
Prekären Gegenwind bekam Berlusconi, der bis dato schon wegen einiger Vorwürfe auf diversen Gerichtsbänken saß, im Jahr 2009 ausgerechnet von seiner Frau. Nach 20-jähriger Ehe reichte Veronica Lario nicht nur die Scheidung ein, sondern beschuldigte ihren einstigen Göttergatten „Minderjährige zu frequentieren“. Außerdem tauchten Gesprächsmitschriften zwischen dem damaligen Premierminister und einer Begleiterin auf sowie 700 anzügliche Fotos, die in seiner weitläufigen Villa Certosa auf Sardinien aufgenommen wurden (im Bild).
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Skandalöse Szenen
Die belastenden Bilder zeigten nicht nur Berlusconi und zahlreiche Frauen, die sich barbusig am Pool räkelten, sondern auch den ehemaligen tschechischen Ministerpräsidenten Mirek Topolánek, der nach Angaben des tschechischen Rundfunks offenbar seine Badehose verlegt hatte. Obwohl Berlusconis Anwälte die Verbreitung in Italien verhindern konnten, veröffentlichte die spanische Zeitung „El País“ fünf der Bilder auch online und sorgte somit für ein weltweites Interesse. Und letztendlich wohl auch dafür, dass Berlusconi aus seinem Amt bugsiert wurde.
Berlusconis Bude für politische Kumpel
Die Villa Certosa auf Sardinien war Berlusconis Sommerresidenz, die er nach dem Kauf Ende der 1980er-Jahren im großen Stil renovieren ließ. Es wird sogar gemunkelt, dass es einen geheimen Unterwasser-Fluchtweg im Bond-Stil gibt. Der Wert der 4.500 Quadratmeter großen Residenz mit ihren 126 Zimmern und einem 120 Hektar großen Park wurde im Januar 2021 auf 259 Millionen Euro geschätzt. Im Laufe der Jahre empfing der einstige italienische Staatschef auf dem Anwesen verschiedene Staatsoberhäupter wie etwa George W. Bush, José Zapatero oder Wladimir Putin. Für Spekulationen über ein Facelifting oder eine Haartransplantation sorgte der eitle Italiener, als er den damaligen britischen Premier Tony Blair und seine Frau mit einem weißen Kopftuch empfing und dieses auch beim Abendessen nicht abgenommen haben soll. Putin soll Berlusconi bereits 2009 und 2010 als Gegeneinladung zweimal in seinem Haus am Waldai-See empfangen haben.
Villa San Martino, Mailand
Im Jahr 2010 brachte eine 17-Jährige Berlusconi in die Bredouille. Es wurde berichtet, dass Karima El-Mahroug, die wegen Verdachts auf Schmuckdiebstahls verhaftet worden war, auf persönlichen Wunsch des Staatsmannes wieder freigelassen wurde. Das Mädchen behauptete, mehrere Zehntausend Euro von Berlusconi für die Teilnahme an dessen Privatpartys in seiner Villa San Martino in Arcore erhalten zu haben. Ein Jahr später musste Berlusconi vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten. 2013 wurde er für schuldig befunden, die damals minderjährige El-Mahroug – auch bekannt als Ruby, die Herzensdiebin – für Geschlechtsverkehr bezahlt zu haben. Berlusconi legte Berufung ein. 2014 wurde das Urteil zu sieben Jahren Haft aufgehoben.
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Unterstützer zollen Tribut
Wegen seiner politischen Eskapaden, polarisierenden Aussagen und dubiosen Machenschaften war Berlusconi nicht überall beliebt. Seine Anhänger liebten den Medienmogul aber für seinen trockenen Humor und sein Charisma und hielten nach dessen Tod eine Gedenkfeier vor der Villa San Martino ab. Die angeordnete Staatstrauer und das Staatsbegräbnis am 14. Juni 2023, das im Mailänder Dom vom Mailänder Erzbischof, Mario Delpini, geleitet wurde, waren höchst umstritten und galten bei vielen als „unangemessen“.
Das Mausoleum von Berlusconi
Zur letzten Ruhe kehrte Berlusconis Asche auf das Anwesen der Villa San Martino zurück. Bereits Anfang der 1990er-Jahre hatte der Politiker den italienischen Bildhauer Pietro Cascella mit dem Bau eines riesigen Mausoleums auf dem Gelände beauftragt, das auf Wunsch des Medienmoguls „nicht zu traurig aussehen“ sollte. Italienische Medien beschrieben das monumentale Grabmal als einen abstrakten Bau aus weißem Marmor und mit einer unterirdischen Leichenhalle. Die Wände sind mit einem Fries verziert und in der Mitte steht ein für Berlusconi angefertigter Sarkophag. Angeblich soll die Stätte Platz für mehr als 30 seiner Freunde, Familienangehörigen und Geschäftspartner bieten.
Villa Olivetta, Portofino
Auch zu Lebzeiten mangelte es dem extravaganten Mogul nicht an Platz. Von 1980 bis Ende der 1990er-Jahre mietete sich Berlusconi für die Sommermonate zum Beispiel die Villa Olivetta, ein malerisches Anwesen an der italienischen Riviera. Später kaufte das Designerduo Domenico Dolce und Stefano Gabbana die auch als Castello di Paraggi bekannte Villa. Zur großartigen Architektur der um 1626 erbauten Residenz, die ab 1812 zwei Jahre lang von Napoleons Truppen besetzt war, gehören vier, von Konsolen getragene Ecktürmchen, eine große Loggia sowie Welfenzinnen.
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Palazzo Grazioli, Rom
Der italienische Scherzbold, der von seinen populistischen Anhängern auch „Der Ritter“ genannt wurde, soll ab Mitte der 1990er-Jahre auch eine Etage im imposanten Palazzo Grazioli in Rom gemietet haben. Der Palast wurde im späten 16. Jahrhundert von Giacomo della Porta erbaut. Der Architekt zeichnete sich für viele der wichtigsten Gebäude Roms, darunter den Petersdom, verantwortlich. Von diesem Palazzo aus, der 1645 im Stil des römischen Barocks umgestaltet worden war, verkündete Berlusconi im November 2011 seinen Rücktritt vom Amt. An einer zu hohen Miete für den Prachtbau lag es wahrscheinlich nicht, dass der einstige Staatmann 2020 seine Kisten packte. Er zog in einen anderen beeindruckenden römischen Palast.
Villa Zeffirelli, Rom
Berichten zufolge befand sich die Villa Zeffirelli bereits seit 2001 in Berlusconis Besitz. Bis 2019 hatte der ehemalige Premierminister sie aber an seinen engen Freund, den verstorbenen Regisseur Franco Zeffirelli vermietet. Die luxuriöse Residenz, die in Italien auch als Villa Grande bekannt ist, liegt versteckt hinter hohen Hecken an Roms ältester Straße, der Appia Antica. Vor seinem Einzug ließ Berlusconi das schmucke Haus renovieren, in das er 2021 nach den Kommunalwahlen als Gastgeber des Mitte-Rechts-Gipfels lud. Der unternehmerische Politiker soll mehrere andere Anwesen und Immobilienbeteiligungen besessen haben, darunter Villen im französischen Cannes, den italienischen Alpen und in der italienischen Provinz Monza.
Umstrittener Komplex in Antigua
Der hier abgebildete Prachtbau ist Teil eines weitläufigen Komplexes auf der Karibikinsel Antigua, der Berlusconi gehört haben soll und 2010 im Mittelpunkt einer Recherche des Fernseh- und Rundfunksenders „RAI“ stand. Die TV-Reportage stellt die Rechtmäßigkeit einer großen und undurchsichtiger Immobilieninvestition in Frage, die der damalige Ministerpräsident über eine Bank getätigt haben soll. Berlusconi bestritt jegliche Unregelmäßigkeiten, verklagte den Sender und kam ungeschoren davon. In einem anderen Fall von 2013 lief es nicht ganz so gut für den gebürtigen Italiener. Er wurde wegen Steuerbetrugs rechtskräftig verurteilt, was neben gemeinnütziger Arbeit ein sechsjähriges Bekleidungsverbot öffentlicher Ämter sowie den Ausschluss aus dem italienischen Senat einbrachte. Insgesamt stand Berlusconi Berichten zufolge mindestens 36 Mal vor Gericht, entging aber stets jeglicher Gefängnisstrafe.
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Berlusconis ehemalige Präsidentenresidenz
Vor seinem selbstverschuldeten Fall durfte Berlusconi als italienischer Präsident im Quirinalspalast in Rom wohnen. Der aus dem 16. Jahrhundert stammende Bau war ursprünglich eine päpstliche Sommerresidenz und wurde erst 1946 nach Abschaffung der Monarchie zum offiziellen Dienstsitz der italienischen Präsidenten. Bisher beherbergte er 30 Päpste, vier Könige und zwölf Präsidenten.
Berlusconis ehemalige Präsidentenresidenz
Aktuell bewohnt die amtierende italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den 1.200-Zimmer-Palast, der mit 110.000 Quadratmetern einer der größten präsidialen Amtssitze der Welt ist. Der Palast steht prominent auf dem Quirinalshügel, dem höchsten der sieben Hügel des klassischen Roms.
Werfen Sie jetzt mit uns einen Blick in die Wohnsitze von Wladimir Putin, Joe Biden, Olaf Scholz und weiteren Staats- und Regierungschefs in aller Welt...
MEHR: Die offiziellen Residenzen der Mächtigsten der Welt
Auch viele andere Staats- und Regierungschefs reicher Länder haben prachtvolle Residenzen. Doch welche Spitzenpolitiker führen ein Leben in zügellosem Luxus, und welche bevorzugen ein bescheideneres Anwesen? Hier werfen wir einen Blick auf die Wohnsitze von Wladimir Putin, Joe Biden, Olaf Scholz und Co. und zählen ihre Häuser von bescheiden bis extravagant auf.
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Wladimir Putin, Russland, Großer Kremlpalast: mehr als 920 Millionen Euro
Der Moskauer Kreml ist ein architektonisches Ensemble aus fünf Palästen, vier Kathedralen und Verwaltungseinheiten aus verschiedenen Epochen. Zu dieser ehrwürdigen Baugruppe gehört auch der Große Kremlpalast. Er ist die offizielle Hauptresidenz des russischen Präsidenten in Moskau und wurde in den 1830er- und 1840er-Jahren für Zar Nikolaus I. erbaut. Im Jahr 1990 wurde der Palast für rund eine Milliarde Dollar renoviert und rekonstruiert, was heute umgerechnet ungefähr 2,14 Milliarden Euro entspräche. Das größte Gebäude des Komplexes, der Große Palast, hat einen Wert von mehr als 920 Millionen Euro. Die gesamte Kreml-Anlage ist unbezahlbar.
Wladimir Putin, Russland, Schwarzmeerpalast: 1,3 Milliarden Euro
Während sich Putins offizielle Arbeitsresidenz im Großen Kremlpalast befindet, ist der offizielle Wohnsitz des russischen Despoten seit 2000 Nowo-Ogarjowo im Westen Moskaus. In der großen pastellgelben Villa residierte er sogar während seiner vierjährigen Auszeit vom Präsidentenamt zwischen 2008 und 2012. Sein wahres Zuhause soll aber ein Wahnsinnsanwesen an der Schwarzmeerküste sein (im Bild). Die Mega-Villa im italienisierenden Stil – auch als „Putins Palast“ bezeichnet – soll laut Kreml-Kritiker Alexej Nawalny dem russischen Präsidenten gehören. Der inhaftierte Oppositionsführer behauptet außerdem, dass für den Bau des 1,3 Milliarden Euro teuren Anwesens Steuergelder verwendet wurden.
Rishi Sunak, Vereinigtes Königreich, 10 Downing Street: 6,2 Millionen Euro
Das einfache georgianische Stadthaus im Zentrum Londons ist der offizielle Amtssitz des britischen Premierministers. Der britische Regierungschef bewohnt normalerweise die dritte Etwage des insgesamt 353 Quadratmeter großen Hauses, das insgesamt über etwa 100 Zimmer verfügt. Der damalige Premierminister Tony Blair war allerdings der erste, der die größere Wohnung in der Downing Street Nummer 11 nebenan bezog, da ihm die offizielle Wohnung mit vier Schlafzimmern als „zu winzig“ für seine Familie erschien. Für eine rund 6,2 Millionen Euro teure Residenz hatte er sich vielleicht etwas mehr erwartet.
Die nachfolgenden Regierungschefs David Cameron, Theresa May und Boris Johnson taten es ihm gleich, nicht aber der amtierende Rishi Sunak. Der äußerst wohlhabende Politiker begnügt sich mit der kleineren Wohnung in Nummer 10, die er bereits als Schatzkanzler bewohnte. Laut der britischen Zeitung „Telegraph“ pendeln seine Frau und die beiden Töchter zwischen der Downing Street und ihrem rund sechs Millionen Euro teuren Stadthaus in Kensington. Der Familie gehört außerdem noch ein Herrenhaus in der Kleinstadt Northallerton im nordenglischen North Yorkshire.
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Rishi Sunak, Vereinigtes Königreich, Chequers: 1,2 Millionen Euro im Jahr
Chequers Court ist der offizielle Landsitz der britischen Premiers. Das prächtige Herrenhaus etwa 64 Kilometer nordwestlich von London wurde 1917 vom konservativen Abgeordneten Viscount Lee of Fareham gestiftet und ist mittlerweile mit einem beheizten Schwimmbad und einem Tennisplatz ausgestattet. Es war der Lieblingsort von Boris Johnson. Zusammen mit seiner Frau begab dieser sich während der Corona-Pandemie auf dem rund 400 Hektar großen Anwesen in die Selbstisolation. Im Mai 2023 empfing Sunak den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in dem Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert, das dem britischen Steuerzahler angeblich umgerechnet 1,2 Millionen Euro pro Jahr kostet.
Joe Biden, USA, Das Weiße Haus: 368 Millionen Euro
Der Wiederbau des Weißen Hauses im klassizistischen Stil ist der offizielle Amts- und Regierungssitz des US-amerikanischen Staatschefs. Das Gebäude, dessen Grundstein für den Erstbau bereits 1792 gelegt wurde, diente seit John Adams jedem Präsidenten als offizielle Residenz. Am 20. Januar 2021 – dem Tag seiner Amtseinführung – zog der amtierende Präsident Joe Biden ein.
Joe Biden, USA, Das Weiße Haus: 368 Millionen Euro
In dem sechsstöckigen Gebäude verteilen sich 132 Räume auf 5.110 Quadratmetern, darunter das berühmte Oval Office (im Bild) und der Blue Room sowie mehr als 35 Bäder. Das Weiße Haus, das laut dem US-Immobilienunternehmen Zillow umgerechnet 368 Millionen Euro wert ist, gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Und ist eigentlich eine Kopie vom Leinster House, dem ehemaligen Herzogpalast in Dublin von 1748.
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Mohammed bin Salman al-Saud, Saudi-Arabien, Qasr al-Hukm: 55,5 Millionen Euro
Der auch als Justizpalast bekannte Qasr al-Hukm in Riad ist der traditionelle Regierungssitz Saudi-Arabiens und die offizielle Residenz des 37 Jahre alten Premierministers Mohammed bin Salman al-Saud.
Mohammed bin Salman al-Saud, Saudi-Arabien, Qasr al-Hukm: 55,5 Millionen Euro
Der Palast von 1749 wurde im 19. Jahrhundert im Festungsstil wiedererrichtet und besticht durch eine Gesamtfläche von mehr als 11.500 Quadratmetern. Berichten zufolge sollen die Renovierungsarbeiten des Palastes in den 1980er-Jahren rund 55 Millionen Euro gekostet haben. Im September 2015 öffnete die saudische Regierung den Palast zum ersten Mal für die Öffentlichkeit und gewährte den staunenden Besuchern einen Blick in das Innere der außergewöhnlichen Residenz.
Olaf Scholz, Deutschland, Bundeskanzleramt: 1,2 Millionen Euro
Während das deutsche Bundeskanzleramt das größte Regierungshauptquartier der Welt ist, fällt die offizielle Residenz des amtierenden Bundeskanzlers Olaf Scholz bescheiden aus. Die Dienstwohnung, die sich im obersten Stockwerk des modernen Bundesgebäudes am Spreeufer befindet, soll nur knapp 30 Quadratmeter messen. Die Bauarbeiten zum Bundeskanzleramt begannen 1997, nachdem die Architekten Charlotte Frank und Alex Schultes mit ihrem postmodernen Entwurf einen öffentlichen Wettbewerb gewonnen hatten.
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Olaf Scholz, Deutschland, Bundeskanzleramt: 1,2 Millionen Euro
Im Kanzleramt werden Würdenträger und Regierungschefs aus der ganzen Welt empfangen, wie etwa auch die Italienerin Giorgia Meloni (im Bild mit Olaf Scholz). Auf dem Ehrenhof steht die monumentale Eisenskulptur „Berlin“ vom baskischen Bildhauer Eduardo Chillida. Das 5,5 Meter hohe und 87,5 Tonnen schwere Kunstwerk soll die politische Annäherung und die Einigung symbolisieren.
Luiz Inácio Lula da Silva, Brasilien, Palácio da Alvorada: 18,4 Millionen Euro
Der Palácio da Alvorada in Brasília erinnert eher an das Versteck eines Bond-Bösewichts als an einen Präsidentenpalast. Die offizielle Residenz der brasilianischen Staatsoberhäupter wurde von dem weltberühmten Architekten Oscar Niemeyer im Stil der Moderne entworfen und zwischen 1957 und 1958 erbaut. Das Gebäude wurde 2006 für 18,4 Millionen Dollar umfassend restauriert, was heute Kosten von rund 25 Millionen Euro entsprechen würde. Die 7.000 Quadratmeter des Palastes verteilen sich auf drei Etagen. Nach Recherchen der US-amerikanischen Immobilien-Website „Hatched“ soll es das Gebäude nur auf einen Verkaufswert von 18,4 Millionen Euro bringen.
Luiz Inácio Lula da Silva, Brasilien, Palácio da Alvorada: 18,4 Millionen Euro
Dabei ist der Palácio da Alvorada nicht nur mit jeder Menge Platz, sondern auch mit Annehmlichkeiten wie Kino, Spielzimmer, Medizin-Zentrum, eigener Kapelle sowie einem Hubschrauberlandeplatz nur so vollgepackt. Aktuell profitiert der amtierende Präsident Lula von der Luxusausstattung der Residenz. Im Januar 2023 kursierten Gerüchte, dass sein Vorgänger Jair Bolsonaro, der 2022 seinen Hut nehmen musste, den Palast „verwüstet“ und zerrissene Teppiche und zerbrochene Fenster sowie beschädigte Kunstwerke hinterlassen haben soll – einige Kunstwerke seien seitdem sogar ganz verschwunden.
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Emmanuel Macron, Frankreich, Élysée-Palast: 1,65 Milliarden Euro
Der Élysée-Palast steht in der weltweit prestigeträchtigsten Einkaufsstraße, in der Rue du Faubourg Saint-Honoré in Paris. Aktuell wird die offizielle Residenz französischer Präsidenten von Emmanuel Macron bewohnt. Der kunstvolle Palast wurde von 1718 bis 1722 nach den Plänen des Architekten Armand-Claude Mollet gebaut und hat eine Gesamtfläche von knapp 11.000 Quadratmetern. Nach Recherchen der Immobilienseite „Mashroom“ ist der Palast rund 1,65 Milliarden Euro wert.
Emmanuel Macron, Frankreich, Élysée-Palast: 1,65 Milliarden Euro
Im Gegensatz zu anderen Präsidentenresidenzen ist der Élysée-Palast superprivat. Ausländische Würdenträger und Staatsgäste kommen im nahe gelegenen Gästehaus, dem luxuriösen Hotel de Marigny, unter. 2013 gab der frühere französische Präsident François Hollande dort inmitten der prunkvollen, stark vergoldeten Einrichtung ein Interview (im Bild). Der ehemalige Präsident Charles de Gaulle organisierte 1972 den Kauf des Hotels, um zu vermeiden, dass „Könige in ihren Pyjamas durch meine Flure laufen“.
Pedro Sánchez, Spanien, Moncloa-Palast: 134 Millionen Euro
Während Spaniens Staatsoberhaupt König Felipe VI. im Palacio de la Zarzuela am äußeren Stadtrand von Madrid wohnt, residiert der spanische Premierminister Pedro Sánchez im Moncloa-Palast eher zentrumsnah. Diese erstklassige Immobilie wird von der US-Immobilienseite „Hatched“ auf einen Wert von 134 Millionen Euro geschätzt.
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Pedro Sánchez, Spanien, Moncloa-Palast: 134 Millionen Euro
Das ursprünglich ländliche Anwesen aus dem 17. Jahrhundert wurde wegen seiner guten Lage später in einen Palast umgewandelt. Seit 1846 befindet sich das Anwesen im Besitz des spanischen Staates und wurde 1977 nach der Ära Francos und mit Einführung der parlamentarischen Monarchie zur offiziellen Residenz der Premierminister des Landes umfunktioniert.
Droupadi Murmu, Indien, Rashtrapati Bhavan: 487 Millionen Euro
Indiens Staatsoberhaupt ist nicht der Premierminister, sondern der Präsident. Und mit Droupadi Murmu aktuell eine Präsidentin. Ihre offizielle Residenz in Neu-Delhi ist der Rashtrapati Bhavan. Der früher Viceroy‘s House genannte Palastkomplex wurde von Edwin Lutyens, einem der größten britischen Architekten des 20. Jahrhunderts, für den britischen Vizekönig entworfen und 1929 fertiggestellt.
Droupadi Murmu, Indien, Rashtrapati Bhavan: 487 Millionen Euro
Als erster Präsident Indiens nahm Dr. Rajendra Prasad bei Amtsantritt den Palastkomplex als seinen Wohnsitz ein, der im selben Jahr in Rashtrapati Bhavan (Präsidentenresidenz) umbenannt wurde. Das H-förmige, rund 20.000 Quadratmeter große Gebäude steht auf einem 134 Hektar großen Anwesen und bietet mit 340 Zimmern jede Menge Platz für Gäste. „Hatched“ schätzt den Wert des Anwesens auf umgerechnet rund 487 Millionen Euro.
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Recep Tayyip Erdoğan, Türkei, Cumhurbaşkanlığı Külliyesi (Präsidentschaftskomplex): 605 Millionen Euro
Der neue Präsidentenpalast – Präsident Recep Tayyip Erdoğans Lieblingsprojekt – in der Hauptstadt Ankara wurde 2014 fertiggestellt. Der gigantische Komplex, der auch als „Ak Saray“ (reiner weißer Palast) betitelt wurde, verfügt über 1.150 Zimmer und ist viermal so groß wie das Schloss von Versailles. Und mit einer Grundstücksfläche von 210.000 Quadratmetern und einer Gebäudefläche von 40.000 Quadratmetern der zweitgrößte Präsidentschaftskomplex der Welt.
Recep Tayyip Erdoğan, Türkei, Cumhurbaşkanlığı Külliyesi (Präsidentschaftskomplex): 605 Millionen Euro
Der Bau des „Ak Saray“ fand in der Türkei nicht überall wohlwollenden Beifall. Kritische Stimmen monierten vor allem die extravaganten Ausgaben für die Innenräume des Palastes, die mit feinstem Marmor, opulenter Einrichtung und teuren Kunstwerken ausgestattet sind. Der Palast ist hier im Mai 2023 zu sehen, nachdem Erdoğan eine historische Wahl gewonnen und seine Herrschaft bis 2028 verlängert hatte. Laut „Hatched“ bringt es der Cumhurbaşkanlığı Külliyesi summa summarum zu einem Immobilienwert von 605 Millionen Euro.
Xi Jinping, China, Zhongnanhai: 34,4 Milliarden Euro
Zhongnanhai befindet sich gleich neben Pekings Palastanlage, der Verbotenen Stadt. Der Park- und Gebäudekomplex ist die offizielle Residenz von Chinas Präsident Xi Jingping sowie das Hauptquartier der Kommunistischen Partei Chinas und der Zentralregierung.
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Xi Jinping, China, Zhongnanhai: 34,4 Milliarden Euro
Zhongnanhai hat eine Gesamtfläche von sage und schreibe 15 Millionen Quadratmetern und ist mehr als 17.000 Mal größer als der offizielle Wohnsitz von Olaf Scholz. Und knapp 44.000 mal wertvoller. Laut „Hatched“ liegt der Wert des Komplexes bei 34,4 Milliarden Euro.
Lesen Sie jetzt: Diese teuren Luxusbauten wurden einfach dem Verfall überlassen